Jahresrückblick

Hallo zusammen,

es ist ja allgemein recht schick, um die Jahreswende herum einen Rückblick zu geben. Da möchte ich natürlich keine Ausnahme bilden.

Was gab es denn dieses Jahr Nennenswertes?

Krise oder nicht?
In aller Munde und in den Köpfen war mit Sicherheit die Krise. Anfang des Jahres hieß das noch – was denn für eine Krise? Wo denn? Dann ordneten die ersten Unternehmen Kurzarbeit an, und schließlich war man doch froh um die Konjunkturpakete. Allen voran wurde die Abwrackprämie diskutiert, die wohl so einige Autohäuser gerettet hat. Auch über die Nachwirkungen werden sich diese freuen, denn sie haben damit viele neue Servicekunden gefunden. Das sieht wie ein Erfolg aus. Dass sich die Autokäufer an satte Rabatte gewöhnt haben und viele Neuanschaffungen vorgezogen wurden, die später fehlen werden, ist die weniger gute Seite daran.

Alles in allem scheint Deutschland bisher recht glimpflich davon gekommen zu sein, das ist immerhin schon ein Erfolg. Was da aber noch nachkommt…

Die Schweinegrippe – ein Erfolgsmodell
Immer noch im Gange und immer beliebter bei den Panikmachern dieser Nation ist die Schweinegrippe – von bösen Zungen auch gerne Schnitzel- oder Rüsselpest genannt. Viele vermuten hinter der Panikmache einen Marketingtrick der Pharmaunternehmen, um sich ihrerseits über die Krise zu retten. Ist die ganze Schweinegrippe in Wirklichkeit auch nur ein Konjunkturprogramm? Aus einem gewissen Blickwinkel durchaus erfolgreich.

Wenn man die Medien beobachtet, scheinen aber mehr Menschen an der Impfung zu sterben als an der Krankheit. Auch werden hierzulande mehr Menschen durch die normalen Grippe dahingerafft, was aber keinerlei Panik auslöst. Traurig und bizarr, nicht wahr? Das ist auf keinen Fall ein Erfolg.

Die Bundestagswahl
Ach ja, da war ja noch was… Wir haben ja eine teils neue, teils alte Regierung bekommen. Der Wahlkampf ging erstaunlich still, schnell und vor allem wenig informativ ober die Bühne, die Parteien kamen recht profillos daher, und nur einige kleine Parteien boten ein klares, überschaubares Programm. Was von den Wählern durchaus honoriert wurde. Hier ist der Erfolg dabei.

Das Wahlergebnis wiederum wurde von den Medien wenig beachtet. Gut daran ist, dass man weniger unwichtige und unbedeutende Schwätzer über sich ergehen lassen musste, doch echte Information über das neue Kabinett und dessen Protagonisten war leider auch wenig bis gar nicht geboten. Wir wissen also gar nicht genau, wer sich als erfolgreich sieht und wer nicht. 

Steht da nicht eigentlich was im Grundgesetz? Von der Verpflichtung der Medien der Bevölkerung mittels Information eine Grundlage zur politischen Willensbildung zu geben? Wie das in vielen Berufen wohl so ist – im Alltag vergisst man leicht die Grundlagen.

Ein großer Skandal aus der vergangenen Legislaturperiode hängt der aktuellen Regierung, vor allem Ex-Verteidigungs Minister Jung an – die Berichterstattung des umstrittenen Luftangriffes auf einen Tanklastzug in Afghanistan. Das kann sich durchaus noch auswachsen. Kein Erfolg.

Besondere sportliche Ereignisse
…fallen mir für dieses Jahr nicht ein, außer dass die Tour de France wieder einmal nicht ohne Doping-Vorwürfe auskam. Traurig ist, zu einem großen Teil wohl Folge daraus, dass einige Traditionsveranstaltungen einer Nachbarsparte vor dem Aus stehen oder schon abgesagt wurden –  das Stuttgarter Sechstagerennen fand dieses Jahr nicht statt und die Durchführung des Münchener Sechstagerennens 2010 ist nicht sicher. So kann die übertriebene Erfolgorientierung eine ganze Branche nach unten ziehen. Der Schuss (sic! bewusst doppedeutig) ging nach hinten los.

Im Autorennsport gab es einige Umwälzungen und Briattore ging in den Ruhestand. Auch nicht ohne Skandal. Es ist eben nicht alles Erfolg was glänzt.

Schocks für die Fußballnation
Große Erschütterung, weit über Fußball- und Fankreise hinaus, löste der Freitod von Nationaltorhüter Enke aus. Er löste damit Nachdenken aus und regte die Diskussion über das Thema Depression an. Etwas Gutes wäre, wenn Depression als Krankheit so vielleicht doch einmal ernst genommen würde. Es gibt schließlich mehr und mehr Menschen, die dem Druck unserer heutigen Turbo-Hochleistungsgesellschaft nicht gewachsen sind, oder besser, die einem unpassenden System zum Opfer fallen. Die Zahl psychischer Erkrankungen nimmt zu, und wer mithalten will und nicht krank wird, dopt nicht selten – nicht nur im Sport, auch im Management. Grund genug, einmal darüber nachzudenken, wie wir miteinander eigentlich umgehen sollten und wie wichtig, vor allem aber was Erfolg eigentlich ist. Und das bitte vor dem allerletzten Schritt. Das wäre ein Erfolg.

Verwirrung und Ärger stiften wiederum die Wettbetrugsvorwürfe im Fußball. Da ist der Sumpf wohl noch lange nicht ausgetrocknet, und so lange es Menschen gibt, die leicht, schnell und viel Geld wollen, wird es immer wieder solche Dinge geben. Auch das ist eine Form der Ausbeutung. Das kann nicht auf Dauer erfolgreich sein – nicht von ungefähr kommt die alte Weisheit: „Unrecht Gut gedeiht nicht.“ Wie man sieht…

Lichtblicke
…kommen immerhin wieder aus der Wirtschaft, von wo ein erster Aufschwung gemeldet wird. Ob dieser nachhaltig, also echt und beständig ist, oder ob es zu einem erneuten Einbruch kommt, werden wir wohl erst 2010 erfahren. Das Jahr 2009 wird sich wohl noch mit dem Weihnachtsgeschäft retten. Vielleicht ein bisschen. Das ist doch auch schon was.

Wie wird das Neue Jahr?
Da möchte ich es doch gerne mit den Kölnern halten, die schon längst in ihre fünfte Jahreszeit abgetaucht sind. Deren Motto lautet “bis jetzt ist noch immer alles gut gegangen”. Wir gehen jetzt einfach mal davon aus.

Euer Erfolgsblogger.

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~ von ikolumen2009 - November 28, 2009.

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